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The Pride of Justice!

In der Theorie wie in der Praxis gibt es etwas besonderes am Begriff der Wahrheit. Die Wahrheit ist absolut. Mit Blick auf die Komplexität, nein. Kompliziertheit ist wohl zutreffender. Mit Blick auf die Kompliziertheit der Welt ist das ziemlich beruhigend. Denn auch, wenn die Grausamkeiten wahr sind, ändert es nichts es nichts daran, dass sie wahr sind.
Warum sollte es beruhigend sein, Genozide und Weltkriege als Wahrheit abzustempeln? Gegenfrage. 
Wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass wir nur auf einem Planeten von so unendlich vielen leben, wir in den meisten Sachverhalten vermutlich nur die Oberfläche ankratzen und vieles gar nie wissen werden können (!) ist es beruhigend, Zweige zu haben, über die man sich nicht streiten kann. Würde man auf dieser Welt ohne standhaftes Wissen leben, dann wäre man früher oder später verrückt. 
Banaler noch. Wahrheiten wie Dinge, die nicht beim Essen giftig sind, wer die eigene Familie ist. Die Kategorie ändert sich nicht großartig. 
Natürlich ist es ein krasses Beispiel, diese Kriege zu nehmen. Aber wenn man versucht aufzuzählen, was man nicht weiß, wird man schnell in sokratischer Manier ermitteln, dass man weiß, dass man "nichts weiß". 

Diese simple Form der Logik ist wichtig. Ich will an einen Punkt, an dem wir eine Point of no Return durchziehen werden. Das bedeutet, wenn dieser Beitrag fertig ist, werden wir an einem Punkt sein, von dem aus es kein gedankliches und physisches Zurück mehr  geben wird! 

Aus dem oberen Absatz könnte man sich nun weiter aus dem Fenster lehnen. Ein Agnostiker, der etwas Hirnschmalz hat wird vermutlich nun folgende Frage stellen: Wenn Wahrheit absolut ist, bedeutet das, dass alles, was wir nicht wissen können unwahr ist? 
Die Frage ist sehr berechtigt. Wenn man berücksichtigt, was man alles nicht wissen kann, oder wie viele Widersprüche kursieren. Ein Blick auf verschiedene christliche Formen der Religion ist schon deshalb spannend, weil der Papst (Katholische Kirche) behauptete, Jesus sei ein Sünder. In der Bibel steht allerdings, Jesus sei frei von Sünde gewesen, was ein signifikanter Bestandteil christlichen Glaubens ist. Wie kann jemand am Kreuz sterben und die Sünden der Welt auf sich nehmen, wenn er selbst Sünder war? Entscheidend ist für mich nicht die Argumentation, sondern die Idee dahinter, dass der Papst Stellvertreter für Jesus auf dieser Welt ist und eine solche Behauptung aufstellt.
Auf der Welt gibt es zig Formen des Christentums mittlerweile, und ich habe die katholische als Beispiel, beziehungsweise eine Handlung des Papstes als Beispiel dafür verwenden wollen zu zeigen, dass es signifikante Unterschiede zwischen den Formen gibt, OBWOHL es doch ein Christentum sein sollte. Ich finde diesen Aspekt mehr als interessant, aber wir finden Spaltungen überall in Bereichen der Welt, sei es in der Politik oder schon in Freundeskreisen. Aber was sage ich nun zum Agnostiker?

Nun, genaugenommen muss man kein Agnostiker sein, aber zumindest ein paar Schlüsse ziehen können. Die Antwort, die ich auf Lager habe ist zunächst: Jede Unwahrheit, denn alles was nicht wahr ist, ist zumindest unwahr, entspringt einer Wahrheit. Man kann nicht Lügen, ohne zu wissen, welche Situation, welche wahre Gegebenheit man zu verfälschen versucht. Genau genommen bedeutet das also, dass nicht alles, was wir einfach annehmen müssen, unwahr ist, es bedeutet aber auch nicht, dass alles wahr ist. 
Ich wollte jetzt nicht das "Schrödingers Katze" Spiel spielen, aber genau genommen muss man das tun. Wir kommen zur Frage nach Unwahrheit und Wahrheit noch deutlich später, aber für den Moment ist etwas anderes deutlich wichtiger! Ich möchte diesem Sachverhalt mit einer Geschichte begegnen.

Als ich mein erstes Studium in Angriff nahm, wurde ich irgendwann von dem Studienfach mehr oder weniger geworfen, also bin ich von der Uni  geflogen. Ich hatte früher massive Prüfungsängste, das war mir nie wirklich ein Geheimnis, aber ich log über Jahre, mein Studium würde reibungslos laufen. Irgendwann wurde ich dann krank, wurde öfter hysterisch oder gestresst, es beunruhigte mich. Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass meine körperlichen Reaktionen daher kamen, dass ich mit einer Lüge zu weit gegangen war, die mein Leben maßgeblich kaputt gemacht hatte. Als die Lüge irgendwann raus kam, ging es mir noch nicht deutlich besser, aber es ging mir irgendwann sehr gut. Und zwar als ich endlich mein Leben in die Hand genommen hatte und mit dem Lügen aufhörte.

Das ist nur ein Beispiel, und ich könnte mühelos weiter ausführen, wie ich die Angst machen mein Leben kontrollieren ließ, wie ich mich nur auf Anerkennung durch Fremde konzentrierte, wer kennt das nicht? Aber ich glaube das Grundprinzip sollte klar sein.
Vielleicht hast du selbst massive Angst vor Dingen? Dem Tod? Verlust? Einsamkeit? Vielleicht hast du Suchtprobleme wie Alkohol oder Pornographie? Vielleicht schlug etwas so einschneidend in dein Leben ein, dass du richtig betäubt bist und dein Leben vernachlässigst? Vielleicht kehrst du vom Glauben ab? Vielleicht hast du sogar mal jemanden erschossen?

Ich weiß es nicht. Aber du und ich und jeder einzelne, der diese Worte nun ließt muss die Regel Nummer 1: Ganz gleich, wo du nun stehst, was um dich herum passiert, du verwirrt bist oder glaubst, aussichtslos zu leben: Alle Sorgen entspringen einer Wahrheit, die du anerkennen musst!
Wenn du Pornographie schaust, und vielleicht damals als Kind auf den Genuss gekommen bist und bis heute nicht los kommst, dann musst du dir darüber im Klaren werden! Wenn du den Verlust einer Person bedauerst dann musst du auch anerkennen können, dass du noch so viel trauern kannst, wie du möchtest, es ist passiert!
Und das gilt auch für mich und galt auch für mich. Ich hatte es mir zuzuschreiben, als man mich aus der Uni warf. Ich musste mir eingestehen, dass ich zu feige war, mich mit meiner Angst auseinander zu setzen. Wenn du deinen Job verlierst bringt dir keine Trauer der Welt einen neuen Job, sondern Erkenntnis über Verlust und die richtigen Schlüsse!

Aber wäre auch zu leicht, wenn der Beitrag hier fertig wäre. So ungern ich jetzt nämlich folgendes sage, so klar muss es uns werden. Die Wahrheit ist kein Wunschkonzert. GOTT ICH KANN DIESEN SATZ NICHT LEIDEN! Aber er passt perfekt. Wir können nicht einfach um uns schauen und alles aufschnappen und dann so zurecht basteln, wie es uns gefällt. Konkreter: Du kannst nicht einer Ideologie folgen und im Glauben leben, sie durch Ideen von woanders schön zu reden. Du kannst nicht zwei verschiedene Götter anbeten. Du kannst nicht! Wie erklärt man das so einfach wie möglich? Mach dir die Dinge nicht einfach zurecht, nur weil sie anders Schmerz mit sich bringen! Wahrheit bedeutet auch Schmerz! Wir können uns nicht wünschen, dass die Dinge sind, wie sie sind, wenn sie eigentlich nicht so sind! Und unterscheidet hier bitte zwischen dem Erstreben eines anderen Zustandes und der Blindheit vor dem aktuellen Zustand. Wie viele haben schon ihre finanzielle Lage schön geredet, anstatt sich Hilfe zu holen? Wie viele haben schon ihre Probleme in Alkohol ertränkt, anstatt sich ihnen zu stellen? Wir können uns die Zahl nicht vorstellen glauben ich. Ich will es zugegeben auch nicht. Diejenigen, denen ich nicht helfen konnte, konnte ich schließlich nicht helfen!

Ich möchte das mit einem Umkehrschluss mal richtig krass verbildlichen. Stellt euch nur mal vor, ich hätte nicht versucht, meine Angst zu besiegen. Eine Angst, die mich täglich hysterisch machte, Anfälle zur Norm machte und mich nicht mal mehr wissen ließ, was ich tun sollte. Stellt euch vor ich hätte das einfach akzeptiert und mein Leben bis heute so weiter gelebt. Ich kann mir das zugegeben nicht mal mehr vorstellen. Ich kann es nicht. Nicht, weil ich nicht will, aber ich kann einfach durch meinen Verstand nicht. Ich kann dieses Szenario nicht durchspielen, so verrückt ist dieser Gedanke!
Es erscheint mir verrückt, wie leicht Menschen das aufgeben fallen kann. Wie schnell wir einfach sagen, wir geben nach. Wir geben unsere Leben und unsere Möglichkeiten auf. Es handelt sich ja nicht einfach darum aufzugeben, sondern den Menschen aufzugeben, der man sein könnte. Furcht, Wut, Angst, Hass, Leid, Schmerz. All das, was wir ablegen wollen, erhalten wir, weil wir nicht ablegen können.
Ich will das gar nicht abstempeln! Ich möchte euch eine Sache über mich direkt erzählen, ich bin verdammt schlecht in Smalltalk. So schlecht, wie es nur geht, wirklich. Mich interessieren oberflächliche Themen meist einfach gar nicht. Und ich will auch so weit gehen und sagen, dass es First World Problems gibt. ABER ! Diejenigen Dinge, die uns im Herzen nicht loslassen, die uns buchstäblich an den Boden pressen, wie ein Bein, welches uns in den Dreckt drückt, das sind keine Dinge, die man als oberflächlich bezeichnen sollte! Das, worum es jetzt gerade geht ist das vermutlich grundlegendste, um frei zu werden! Bitte versteht die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit dem, was ihr nicht erreicht habt und woran ihr gescheitert seid! Ich fasse kurz zusammen und stelle gleich erstmal Fragen.

Bisher sind wir so weit zu sagen, dass es im Leben Herausforderungen oder Schwierigkeiten gibt, denen wir nicht auf Anhieb gewachsen sind und im Nachhinein bewältigen müssen, um zu wachsen. Wir sind auch so weit, dass die Auseinandersetzung damit viel abverlangt und uns in Richtungen bewegt, in denen wir zwangsläufig mit Furcht und Schwäche konfrontiert werden.
Meine Fragen lauten, so denkbar einfach, wie es nur geht.

1. Welche Last trägst du bis heute noch mit dir ?
2. Wie begegnest du dieser Last und dir selbst?

Die zweite Frage bietet einen nahtlosen Übergang, denn ich bin davon überzeugt, dass wir Menschen einen Umstand nicht richtig nachvollziehen. Ein Mann ging mal zu einem Coach, einem Motivator. Er fragte den Coach, wie er am besten reich und berühmt würde? Der Coach sagte ihm, dass er mit der Einstellung niemals irgendwas erreichen könne, da ihm ein Verständnis fehlt, nämlich das, für ihn selbst. Er erklärte, dass Reichtum erst auf ihn zukommt, wenn er etwas tut oder kann, was wertvoll macht. In gewisser Weise ist das genau die Art, mit der Sportler angeworben werden. Wenn du in einem Sport brillierst, werden Sponsoren und Vereine und Medien zwangsläufig aufmerksam auf dich werden.
Randnotiz: Es gibt natürlich eine große Menge an Leuten, die sich in Feldern befinden, in denen sie unbegabt sind, aber konzentrieren wir uns daher bitte auf die individuelle Fertigkeit.Weiter gehts.
Der Coach sagte weiterhin, dass niemand an Reichtum oder Wert gelangt, wenn er sich nicht wertvoll macht. Das gilt für Talente wie für jene, die hart arbeiten. Eine Frau in den Staaten wurde Millionärin, weil sie besonders gut Kekse backen konnte. Kekse backen. Sie verteilte die Kekse in einem Hotel als Gratisproben und erhielt in der gleichen Woche so viel Nachfrage, dass sie nur kurze Zeit darauf ein Unternehmen auf dieser Basis gründete!
Interessanter Plottwist. Diese Frau war alleinerziehend und hatte drei Kinder, erst vor Kurzem ihre Arbeit verloren. Das bedeutet also, sie gründete ein Unternehmen, weil sie im Vorfeld ihre Arbeit verlor. Aber sie war sich der Situation im Klaren und suchte Rat. Verstand anfangs nicht unbedingt, was sie tat, aber nach und nach ergab sich ihr die Situation. Wohin will ich damit?
Wenn wir an einem Punkt sind, oder direkter. Wenn du an einem Punkt bist, an dem du weißt, dass deine aktuellen Lebensumstände nicht das sind, was du dir erhofft hast, egal aus welchem Grund, dann sollte dein Ziel nicht darin liegen, einen Zustand im Kopf zu erarbeiten, der dir gefällt, sondern ein Leben an dem Punkt der unerwünschten Dinge auf etwas neues zu lenken!

Vielleicht hast du gerade ein Mädchen kennen gelernt, sie gefällt dir sehr gut. Aber es war Liebe auf dem ersten Blick und du phantasierst über eine Zukunft, in der ihr schon länger zusammen seid. Vielleicht ja schon verheiratet. Dann musst du aber folgendes berücksichtigen! Der Zustand in deinem Kopf wird so, wie du ihn die vorstellst nie eintreten, da es sich um ein Wunschdenken handelt, in dem du dir auch vorstellst wie dein Partner handelt. Zweitens kannst du nicht wissen, ob es Situationen geben wird, bzw. ob schon eine Woche später unbestimmte Gründe dein Interesse komplett über Bord werfen! Das sind natürlich alles, Dinge, die man nicht wissen kann, aber die sich erst durch das Kennenlernen ergeben können!
Und noch präziser! Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen einer Vision, die man für etwas oder jemanden hat, und Wunschdenken. Mein Beispiel mit der Beziehung ist in diesem Fall nicht unbedingt überzeugend. Denken wir daher an den zurück, der einfach nur phantasierte, reich zu werden, anstatt sich über den Weg und seinem Ziel im Klaren zu sein.

Ich zeige diese zwei Geschichten allein deshalb, weil Klarheit verloren geht. Stell dir nur mal vor, du hast es geschafft, und du überwindest die Herausforderungen. Wohin wirst du dann gehen? Kein Mensch sollte von Problem zu Problem springen, selbst wenn das Leben einen immer wieder in neue Herausforderungen ziehen wird, richtig? Richtig.  Das macht die Erkenntnis über die Möglichkeiten sehr wichtig! Wenn ihr Freunde und Familie habt, die euch gut kennen, denen ich buchstäblich Blind vertrauen könnt, die eure Qualitäten und Schwächen kennen, dann lege ich euch dringend ans Herz, wenn ihr sucht. Fragt diese Menschen. An dieser Stelle würde ich eigentlich sagen betet für Erkenntnis, aber ich denke, dass Gott uns auch durch Menschen begegnet, weshalb Gespräch mindestens genauso wichtig ist. Spannend an dieser gesamten Sache ist ja. Vielleicht ist es schon jemandem aufgefallen. Das, worüber wir jetzt sprechen, wovon wir anfangs noch meilenweit entfernt waren ist, wer man wirklich ist und sein kann. Auch, wenn du dieses ich an dir noch nicht kennst, bedeutet es nicht, dass dieses ich nicht wahr ist. Oh es ist wahr! Stellt euch für einen Moment nur vor, jeder Mensch würde dass tun, wozu er geboren wurde. Also seine Kräfte für das nutzen, was nur er schaffen kann, seine Einmaligkeit zur Geltung bringend. Jeder einzelne, der so leben lernt, den könnte man als gerettet bezeichnen. Schließlich ist doch alles andere, was wir tun, was dem gegenwirkt, sich von dieser Berufung entfernt, Verleumdung und Versagen. So hart es klingt, so wahr ist es. Ich wiederhole es auch gerne!
All das, was wir tun und uns von unseren Berufungen abhält, ist wie zu versagen und uns zu verleumden.

An dieser Stelle muss man sich einer Sache bewusst werden. Jeder, der bis hierhin gelesen hat und nun im Glauben lebt, es gäbe nichts höheres, sondern alles ist einfach, wie es ist. Keinen Gott, keine Macht, die die Schöpfung schuf, da muss ich jetzt einwerfen. Und das wird auch  keine große Debatte, sondern simple Argumentation. Wenn wir für nur einen Moment davon ausgehen, dass wir lediglich existieren, um zu existieren und nach evolutionistischer Logik einen genetischen Code von uns weiter zu geben, durch Erbe und Kinder eben, was ja einem Schneeballeffekt gleicht, spielt Leben überhaupt eine Rolle? Wozu dann forschen? Wozu freier Wille, wozu die Erwägung, wozu die Möglichkeit, zu reflektieren? Ich halte das für sehr plausibel. Wenn es in der Theorie nichts über uns als Schöpfung gibt, und wir eigentlich von Generation zu Generation nur das Gleiche tun, uns früher oder später vermehren und dann sterben können, dann besteht der sinn der Existenz lediglich im Überleben. Das bedeutet allerdings auch, das wenn es uns nicht gäbe, es auch keinen Unterschied machen würde, ob es uns je gab oder eben nicht. Ob man sich nun einen individuellen Lebenssinn sucht oder nicht, das ist ja ausgeschlossen. Der würde nämlich bedeuten, dass Leben auf Individualität ausgelegt ist, und das ist das Leben nicht. Ich formuliere das Argument vielleicht etwas anders. Wenn man sich einen individuellen Lebenssinn sucht, dann rechtfertigt sich dieser sinn lediglich durch sich selbst und entzieht sich damit jeder Rechtfertigung. Zu sagen, mein Sinn liegt in A stimmt dann nur so lange, bis das Leben vielleicht die Umstände so gravierend ändert, dass man seine Meinung und seinen Lebensstil ändert und sagt, der Sinn liege nun bei B. Wie kein ein absoluter Sinn veränderbar sein? Wie kann ein Sinn nicht von Anfang an bestehen?

Neil deGrasse Tyson erzählte in einem Interview über den Tod, wie die Energie eines Menschen wieder zurück zur Erde gehe, indem der menschliche Körper zerfalle etc. Tyson ist Agnostiker und hat ein Argument gegen Religion selbst, allerdings finde ich es spannend, dass der agnostische und atheistische Bestandteil eine göttliche Kraft ablehnt, obwohl die Naturwissenschaft selbst nur Kenntnisse über verschiedenste Bereiche liefert, ohne die Herkunft liefern zu können. Noch spannender allerdings finde ich, dass die Ablehnung keinen Gegenbeweis zu Gott bedeutet. D.h. unabhängig davon, wie die Situation um Gott nun interpretiert wird, einen richtigen Beweis gegen Gott gibt es nicht. Ich mache den Sprung zum Anfang zurück. Schrödingers Wahrheit.
Ich muss diesen Kreis mit euch gehen, damit wir uns darüber im Klaren werden, dass unabhängig davon, ob du nicht an Gott glaubst, das nicht bedeutet, dass es ihn nicht gibt. Zu diesem Satz muss ich, damit wenigstens eine Chance besteht, dass du das Argument der Berufung verstehen kannst.

Denn wenn du es nicht verstehst, dann muss ich jetzt ein paar Fragen stellen.

1. Wenn du nicht an etwas größeres für dich glaubst, wenigstens für dich, warum begehrst du dann überhaupt, dein Leben in den Griff zu kriegen? Spielt es dann eine Rolle, wie du lebst?

Ok, anscheinend reicht wohl doch nur eine Frage. Mir geht es auch gar nicht darum, ob man Gott versteht, oder abgeneigt ist oder alles weiß. Aber ich will für diesen einen Moment, dass du Annahme, es gibt Gott nicht, verweigerst.
Ich sage euch, wie es ist. Ich spreche jetzt nicht als gesalbter Priester, als Mentor, als Pastor, als Jünger, Apostel. Ich spreche jetzt als Philip. Ich habe genug Mist erlebt um an einem Punkt zu kommen, an dem ich wachsen konnte. Ich habe meine Uni geschmissen, hatte Pornographie im frühen Alter entdeckt, habe viele falsche Freunde um mich gehabt, habe viel gelogen und anderen Leid gewünscht. Wer diesen Blog seit den 4 Jahren verfolgt, die er nun ca. existiert weiß dass ich niemals sauber war. Im Gegenteil, ich habe immer nur geteilt mit euch, was ich selbst gelernt habe in Hoffnung, gemeinsam mit euch zu wachsen. Diese Zeilen sind keine Form von Selbstmitleid oder Schwäche, sondern Tatsachen, Tatsachen, mit denen ich mein ganzes Leben leben muss. Aber vor allem will ich damit zeigen, ich bin nicht perfekt. Ich bin, wenn man mal ganz hart ist, nicht besser als ein eingebuchteter Verbrecher. Und ich hoffe deshalb schon, dass jeder einzelne, der mit etwas kämpft jetzt gut zuhört!
Die bloße Tatsache, zu sagen, das Leben sei nicht sinnlos durch irgendwelche genetischen Codes und ähnlichem bedeutet in der Konsequenz was? Es bedeutet vor allem Hoffnung! Die Argumente stehen oben schon, also werde ich mich nicht wiederholen. Aber ich will, dass ihr die Hoffnung, NEIN, ich will, dass du die Hoffnung, die es für DICH gibt annimmst! Nimm für einen Moment an, dass es Hoffnung für dich gibt! Dunkelheit und Dunkelheit schafft kein Licht. Du kannst dich nicht täglich selbst bemitleiden und hoffen, die Situation wird besser, ok? Aber die Essenz deines Denkens muss auf eine Richtung zugehen, in der du lebst, weil du mehr bist als du bisher warst!
Wenn wir diesen Schritt jetzt machen konnten, dann können wir jetzt weiter gehen! Und wenn du dich nicht dazu ringen kannst, auf meine Bitten einzugehen, dann kannst du an dieser Stelle auch aufhören, weiter zu lesen. Denn was ich ab jetzt sagen werde, das wird dir vielleicht nicht mehr helfen können. Gehen wir weiter.

Ich hatte mal ein Gespräch mit einem Mann, dem ich, als ich eine schwere Zeit erfuhr erzählte, dass ich mein Leben wieder organisieren muss. Der Typ schaute mich lachend an und sagte. "Philip, es gibt Menschen, die brauchen Jahrzehnte, um ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Ich selbst habe 30 Jahre gebraucht!" Angst? Ich könnte jeden verstehen, der jetzt sagt, er habe Angst davor zu starten, weil es doch so lange dauert. Ich selbst war überrascht. Schließlich war ich gerade 20 und der Typ 50 circa. Und ich wollte mit 20 mein Leben gerade biegen, während er mich mit so viel mehr Reife anschaute und sagte: "Das braucht." Aber ich will an dieser Stelle sagen. Für jeden läuft die Zeit anders. Einige wissen im Kindesalter schon wohin, andere brauchen Jahrzehnte, und andere vielleicht zwei Tage. Das ist allein deshalb nicht zu ignorieren, weil ich damit zu folgendem Punkt möchte:
Der Rat anderer ist auch nur Erfahrung. Wenn ich also schreibe, was für ein Leben ich durchgemacht habe. Dann muss das nicht bedeuten, dass die Art, wie mein Leben gelaufen ist, jedem helfen kann oder sich jeder damit identifizieren kann und sollte. Ich mache es mal so einfach, wie es geht.
Es gab vor einigen Jahren, und sicherlich kursieren solche Artikel öfter im Web, einen Artikel der lautete: "5 Gründe, warum du vor der Ehe Sex mit deinem Partner haben solltest!"
Unabhängig davon, was man von dem Artikel hält und wie man diesen bewertet, ist etwas anderes deutlich wichtiger. Wenn man es nicht besser weiß, dann könnte man meinen, der Artikel sei plausibel. Wenn man aber die Geschichte der Autorin kennt, erfährt man, dass sie kurz vor ihrer Heirat fallen gelassen wurde, nur weil ihr Verlobter damals homosexuell wurde. Im Endeffekt schrieb die Autorin ein Papier, weil sie mit ihrer Verletzung nie umgehen konnte. Ich möchte daher bitten, dass jeder einzelne vorsichtig mit Rat von anderen ist. Kein einziger Mensch hat eure Situation so durchgemacht wie ihr. Vielleicht hat er oder sie mehr Lebenserfahrung oder mehr Reife, aber das bedeutet nicht, dass beide Vorsprünge auch die Lösungen EURER Kämpfe bedeuten. Daher dürft ihr auch gerne meinen Worten kritisch begegnen. Ich kann nur hoffen, dass sie euch helfen, aber das liegt nicht bei mir.

Aus diesem Grund gibt es jetzt auch nicht eine Liste mit Tipps für deinen Zustand, sondern etwas anderes, mächtigeres. Eine Frage nämlich.
Hat Gerechtigkeit nicht ihren Stolz? Merkwürdige Frage finde ich. Hat Gerechtigkeit nicht auch ihren Stolz. Aber was ist, wenn die Frage gar nicht so merkwürdig ist, auf dem zweiten Blick?
Ich erzählte, dass ich nach dem Aufhören zu lügen eine schwere Zeit hatte. Ich habe lange damit gekämpft herauszufinden, wer ich eigentlich war, wer hinter den Lügen und der Feigheit steckte. Und dieser Kampf ist bis heute nicht vorbei. Ich bin fast gewillt zu sagen, dass dieser Kampf ein nicht kleiner Teil des Lebens selbst ist! Das Rauskommen aus der Dunkelheit halte ich für deutlich Schwerer, als im Licht oder in der Dunkelheit zu wandeln. Bei der Diät ist das vermutlich auch so. Die Umstellung und die Beharrlichkeit, der Wille, das sind alles Qualitäten, die in Veränderung mehr Geltung erlangen als in Beständigkeit. Ich erinnere mich noch, als ich meinen ersten Job seitdem hatte und ich am ersten Tag so hart kämpfen musste mit meinem Selbstbewusstsein, dass ich kaum meine Tränen unterdrücken konnte. Mir war nie klar, warum diese Kämpfe so hart sind. Aber wenn man genauer drüber nach denkt, ist so eine Situation genau wie die Situation über den Coach und dem Reichtum - Begehrenden von vor ein paar Absätzen! Wenn wir den Weg nicht durchziehen, werden wir nicht, sobald wir dann am Ziel ankommen, dieses Ziel erleben können, weil wir nie auf das Ziel hingearbeitet haben!

Ich möchte zu einer anderen Geschichte kommen, die ich schon mal erzählt habe. Da war ein Mann. Ich habe die Geschichte leider nicht mehr im Wortlaut im Kopf, aber es sollte reichen. Dieser Mann war durch Stress buchstäblich todkrank geworden. Die Docs hatten in medizinisch schon aufgegeben. Er war komplett ausgemagert. Er konnte kaum Essen und trinken. Irgendwann kam der Punkt, an dem ihm die Ärzte mitteilten, er habe nur noch 3 Monate zu leben. Der Mann sagte sich. "Okay. Wenn ich nur noch drei Monate habe, kann ich auch gleich auf eine Kreuzfahrt bevor es mich erwischt." Also schnappte er sich sein Geld und kaufte dann ein Ticket für eine Kreuzfahrt.
Kleiner Witz für zwischendurch. Er hatte sogar einen Sarg gekauft, um im schlimmsten Fall auf der Kreuzfahrt beigesetzt werden zu können. Krass oder ?
Und nun war der Mann auf der Kreuzfahrt. Und so langsam, ganz langsam, kam Farbe in sein Gesicht, er begann zu essen, ohne das sein Magen ausgepumpt werden musste und nahm rapide wieder zu. Den Sarg wurde er leider nicht los, es gab damals noch kein Ebay, aber kaum war er auf diesem Schiff, lebte er wieder, als sei nichts gewesen. Aber er wusste natürlich besser. Es war nicht so, dass nichts passiert wäre, sondern er hatte etwas überwunden. Und dann war sein Leben, als sei nichts passiert.

Ich liebe diese Geschichte. Nicht einfach, weil sie in meinen Augen ein Wunder ist, sondern weil man  einfach erkennt, dass wir als Menschen manchmal durch harte Wege gehen müssen, um am Ende schließlich frei werden zu können! Kein Mensch wird geboren, um schließlich grausam zu sterben. Denkt an die Keksfrau. Sie hatte einen Job verloren und wurde kurz darauf Arbeitgeberin! Man kann sicherlich sagen, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber handelt es sich um Ausnahmen? Der eigentlich Unterschied ist viel eher in folgendem zusammengefasst: Aufgegeben oder nicht aufgegeben. Die Hoffnung, die wir durch Gott haben dürfen drückt sich dadurch aus, dass er für jeden einzelnen Menschen einen gerechten Plan hat. Und wenn dieser Plan bedeutet, dass wir Herausforderungen bestehen müssen, dann nur deshalb, weil etwas noch viel größeres, besseres auf uns zukommt, dem wir gewachsen sein müssen! Es ist absolut verständlich, dass wir Herausforderungen haben werden, die uns noch Jahre später in Erinnerung bleiben werden. Aber erkläre mir, wie ich den Dreisatz draufhaben soll, wenn ich ihn im Vorfeld nicht kannte?!
Verstehst du denn nicht? Du kannst keiner Herausforderung immer gewachsen sein, wenn du doch nie in der Situation warst! Neue Herausforderungen meistern wir nicht deshalb, weil wir ihnen von Anfang an gewachsen sind, sondern weil wir lernen und versuchen und scheitern, um irgendwann zu schaffen!
Und diese Form der Gerechtigkeit, die über unseren Verstand hinausgeht, die will Gott mit uns durchziehen, ob es uns passt oder nicht. Und ich lege noch einen drauf!
Wenn diese Form von Gerechtigkeit, die einen göttlichen Status hat, so etwas großes mit uns vorhat, wie können wir dann in den Luxus gewogen werden, aufgeben zu wollen?
Die Gerechtigkeit ist sich NIEMALS zu schade, das Richtige und Gute für die Menschen zu sein!
Die Gerechtigkeit ist aber stolz genug, um das Richtige und Gute für die Menschen zu sein!

Gerechtigkeit, wenn wir denn davon ausgehen, sie sei absolut, muss auf ihren Stolz beharren. Denn wenn Gerechtigkeit zerfällt, dann wird auch etwas beliebig anderes ihren Platz einnehmen können!

Ich bin fertig.

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