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Sprich dir Mut zu !

Hast du dich schon mal gefragt, was Mut ist? Wikipedia beschreibt es vermutlich besser als ich. Aber Mut ist die Fähigkeit, sich bewusst in Situationen zu begeben, die mit Unsicherheiten, Risiken und Gefahren gepflastert sind. Ich habe in den letzten Tagen nicht wenig über mutige Aktionen, aber über Mut selbst wenig gesprochen. Das Interessante an Mut ist nämlich die neue Handlung. Man kann es sich vorstellen wie Altes vs Veränderung.

Dabei ist Mut vermutlich ein bewussterer Begriff. Veränderung passiert ohnehin, ist aber ein Negativ aufgefasstes Wort. Demgegenüber steht Mut als ein starkes und positives Wort. Machen wir es beispielhaft. Der Wechsel zwischen Schule und Universität ist eine Form von Veränderung. Sich bewusst darauf einzulassen und demnach zu handeln, das ist Mut. Mir ist das deshalb wichtig, weil ich ausdrücken will, dass wir, wenn wir uns selbst verändern möchten, Mut definitiv aufbringen müssen. Wenn man weiß, was falsch läuft und Änderung schaffen will, dann wird Änderung erst dann passieren, wenn man den Mut zur Änderung hat. Denn auch wenn Veränderung regelmäßig und unregelmäßig passiert, für einige Sachen braucht man einfach den nötigen Mut. 

Ich möchte heute auf die Form von Mut eingehen, die uns herausfordernd begegnet, also diejenige, die ich im obigen Teil etwas näher zu erklären versuchte. Und ich möchte das mit einer Frage tun.
Liebst du die Menschen, die dich hassen? 

Lass dir die Frage mal auf der Zunge zergehen. Mach dir Gedanken. Die Frage scheint wie ein Paradoxon zu wirken, oder? Menschen zu lieben, die einen hassen? Meistens kommen wir gerade so mit Menschen aus unserer Umgebung klar, und Vertrauen ist auch nur mühselig verdient. Wie soll man also Menschen lieben können, die einen hassen? Die Frage hat einen sehr provokativen Ton, und das ist extrem wichtig ! Es ist eine Frage, die für dich in deinem Leben zwar nicht unbedingt Bedeutung haben muss, aber nachdem wir die Frage genauer abgearbeitet kannst du die Frage vielleicht auf etwas anwendend umwandeln, was dich in deinem Leben herausfordert! 

Der Gedanke an der Frage liegt in der Nächstenliebe, ganz richtig. Die Nächstenliebe selbst erwartet an sich, wie der Begriff, Rücksicht und Liebe für unsere Mitmenschen. Man kann schnell in die Erwartung fallen, dass die Liebe, die man gibt auch mit gleicher Form von Liebe erwidert werden muss. Natürlich ist das kompletter Unsinn. Wenn Liebe bedeutet, dass ich geliebt werden muss, weil ich Liebe, dann wird Liebe zu einem Werkzeug. Das hat wenig mit Liebe zu tun. Ist ja klar oder? Wenn jemand schlecht zu dir ist, und du deshalb auch schlecht zu ihm bist, verhältst du dich einfach nur reaktiv. Was das mit Liebe zu tun hat können wir bei Eltern fragen, die die Ungeduld und Konflikte mit ihren Kindern teilweise durchstehen. 
An dieser Stelle müsste man sich zunächst mal fragen, wie viel Nächstenliebe in einem steckt, bevor man sich mit der Frage weiter befassen kann, oder? Nein, eben nicht. Hier kommt schon der Aspekt Mut ins Geschehen! Wenn du dir darüber im Klaren bist, dass Nächstenliebe richtig ist und du Nächstenliebe lernen möchtest, oder kennen lernen möchtest (zumindest), dann wirst du das nicht schaffen, wenn du kontinuierlich eine reaktive Haltung einnimmst. Rücksicht kannst du nicht haben, wenn du dich rücksichtslos verhältst. So logisch das alles klingt, aber es hat viel mit Bewusstsein zu tun! 

Drehen wir das Geschehen für einen Moment. Wie erlangt man Eigenschaften, die man schließlich hat? Wie schaffst du es zu lieben, wenn du sowas wie Liebe selbst nicht empfindest für das, wofür du Liebe lernen willst? Indem du dir diese Frage wieder und wieder stellst? Indem du das Dilemma nicht ergründest? Hier ist Rhetorik nicht das Stichwort, ich weiß. Aber so banal es ist: Erst neues Handeln macht Veränderung möglich. Und Handlung kann schon die bloße Art über etwas nachzudenken bedeuten. Nehmen wir an, du hast ein Hobby. Aber aus Gründen (die müssen nicht vertieft werden), setzt du dich mit deinem Hobby unregelmäßig bis selten auseinander, wodurch der Spaß verloren geht. Und das, obwohl dir das Hobby viel Spaß macht. Wird sich an dem Zustand etwas ändern, wenn ich weiterhin unregelmäßig auf das Hobby zugehe, mich dem nicht widme? 
In der Schule, wenn es Paare gab war es auch sehr interessant, wenn sie einander nicht Hand hielten aus Sorge um Gerüchten und ähnlichem, obwohl ihre gemeinsame Zeit ihnen eigentlich wertvoller hätte sein können als die Meinung anderer. Es hätte sich erst was geändert, wenn sie den Mund aufgemacht hätten, wäre es zu Gerüchten gekommen.

Han Solo sagte mal ( Star Wars Skripte sind manchmal echt gut ): Erzähl mir nicht, wie meine Chancen stehen. 
In gewisser Weise ist die Antithese zu diesem Satz genau das, was aus unserem Mut wird. Han Solo ist ein Draufgänger ja, der auch im Laufe der Filme reifer wird. Mir ist allerdings dieses Zitat wichtig, weil es seine Handlungsbereitschaft zeigt. Und ich gebe eines zu. Handlung ohne Motivation ist verdammt hart. Denk mal drüber nach. Wenn du keinen Antrieb hast zu handeln, da würde selbst ein Argument irrelevant werden. Es heißt, dass bei einem Referat nach fünf Minuten entschieden ist, ob Zuhörer weiterhin zuhören werden oder nicht. Das hängt nicht lediglich vom Inhalt ab, sondern davon, ob man den Inhalt interessant oder spannend verpackt. In der Theorie, so würde ich jedenfalls behaupten, darf sowas keine Rolle spielen. Stell dir mal vor du hörst Inhalte, oder bist in einer Angelegenheit, von der vieles abhängt, aber du machst nicht genug, weil du an einem Punkt "keinen Bock" hattest. Es ist extrem riskant, und vor allem zeigt es von der Faulheit, die man nicht zu bekämpfen versucht. Ich schrieb in dem Artikel "Der wahre Wunsch nach mehr" genau darüber. Dass wir uns nicht von unserer Müdigkeit unterkriegen lassen dürfen, zu handeln und am Leben in vollem Bewusstsein teilzunehmen! Es ist natürlich, dass wir körperlich und geistig auch an Grenzen kommen, keine Frage. Aber ich rede hier von einer Alltagsmüdigkeit, die - selbst wenn nicht komplett überwindbar - nicht dafür sorgen darf, dass man Dinge im Leben aufgibt, die eigentlich Bedeutung haben. 
Ich sage das deshalb, weil es genug Gründe gibt, die in uns Furcht vor Handlung auslösen können. In dieser Perspektive ist Furcht ein Luxusgut, wenn man so will. Es sorgt für den Komfort, sich nicht mit Dingen auseinandersetzen zu müssen. 

Aber bleiben wir bei dem, was Han sagte. Der Gedanke ist deshalb so wichtig, weil Han sich keine Gedanken über das macht, was ihm Mut nehmen könnte. Sondern er nimmt die Dinge, wie sie sind und zieht durch, wie man zu sagen pflegt. Genau genommen hat Han auch extrem viel Recht damit. Stell dir vor, du musst eine Hausarbeit oder eine beliebige Arbeit schreiben. Es ist völlig egal, wie sehr du die Aufgabe hin und herschiebst. Sie ist erst bewältigt, wenn du dich mit ihr auseinandergesetzt und sie beendet hast ! So einfach. Ähnlich ist das bei allem im Leben, womit wir konfrontiert werden. Jedes Mal, wo wir also nicht das tun, was in unserer Seele für das richtige Wohl sorgen kann, schieben wir Handlungen auf, die eigentlich die oberste Priorität haben sollten. Und diese Handlungen durchzuführen, das ist der wahre Mut. 

Ich habe in den letzten Beiträgen viele verschiedene Beispiele aufgeführt. Und die Beispiele kamen aus verschiedensten Rubriken: Glaube, Politik, Beziehungen, Bildung, Karriere. Ich möchte die Sachen nicht alle in einen Topf geworfen haben, sondern hoffen, dass zumindest einer dieser Bereiche euch hilft, besser zu verstehen. Wenn hier ein Christ oder Moslem oder Hindu das hier durchließt, möchte ich nicht, dass er in extremer Form seinen Glauben ganz oben anstellt. 
Genauso wenig möchte ich aber, dass die politischen Strömungen wie Feminismus oder Individualismus das Denken dominieren. Was ich mir für jeden Leser hier wünsche ist, dass er, frei von Einflüssen und Lenkungen sich selbst zu finden lernt. Und das ist eine schwere Aufgabe. Die Welt kategorisiert einen unfassbar schnell. Sagst du was gegen jemanden, der schwarz ist, obwohl es nicht um seine Farbe geht, bist du ein Rassist. Wenn du im Glauben Dinge nicht verstehst aus Unerfahrenheit wird dir unzureichender Glaube unterstellt. Gibst du mal zu wenig bist du faul. 
Es gibt zu viele Schnittstellen, die das wahre Ich ignorieren und eine Kategorisierung instrumentalisieren. Und wir fallen zu allem Übel auch noch darauf herein! 

Nach Sigmund Freud, und ich selbst bin da auch bei, das Ich ist nicht einfach zu erfassen. Aber ich will damit ausdrücken. Die Fähigkeit, über die Ängste hinaus das zu schaffen, zu was man berufen und befähigt ist. Seine Schwächen in Stärken zu formen und die Dinge zu akzeptieren, um sie ändern zu können. Wie man das erreicht, und wo man dann landen wird, das wird dann das Ich sein. 
Wer das schafft, der kann sich bewusst für Glauben entscheiden, oder dagegen. Der weiß, wie er was in der Welt bewegen möchte, welchen Beruf er verfolgen und wie er generell mit Situationen umgehen kann. Und diese Fähigkeit / Einstellung, die muss man sich regelmäßig erkämpfen. 

Ich schließe das Thema hiermit ab. Ich denke, für den Moment alles gesagt zu haben. Ich will diese Ambitionen nutzen, um sie selbst nach draußen zu tragen und heraus zu finden, was ich schaffen kann. Selbst, wenn das hier nämlich keiner versteht: Ich muss ehrlich gegenüber meinen Worten sein, und Taten folgen lassen. Es steht dir frei nach dir zu suchen. Aber wenn du die Angst und Stagnation bevorzugen solltest, stehe wenigstens niemandem im Weg! Aber wenn du das tun solltest, dann sei zumindest ehrlich genug zu dir, dir einzugestehen, was du bisher schon alles geschafft hast.
Ich kenne deine Position nicht, nein. Aber wenn es wenigstens eine Kleinigkeit gibt, nur eine vielleicht nicht mal nennenswerte Kleinigkeit, die dir aber Bedeutung gibt, dann hast du einen Grund, etwas richtige zu tun! Ihr lest wieder von mir, wenn ich herausgefunden habe, wie es weiter geht. Und bis dahin, findet den Helden in euch! Entschuldige. Ich meinte. FINDE DEN HELDEN IN DIR!

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