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Nimmst du die Herausforderung zu hoffen an?

Ursprünglich wollte ich einen anderen Titel nehmen. Ich möchte auch mit dem Titel beginnen, um den Spagat zu erklären. Der Titel lautet: "Wenn du einen Unterschied machen willst, musst du schon einen Unterschied machen".
Es handelt sich dabei um einen Satz, den eine Freundin vor langer Zeit mal auf Facebook gepostet hat. Ich finde den Satz perfekt. Wirklich perfekt. Ohne lange drüber nachzudenken. Und jeder, der sich den Satz anschaut, erkennt die Realität und Herausforderung, die dahinter steckt. Sicherlich werden sich einige fragen, warum man auf das Wort einer Fremden - in diesem Fall - hören sollte. Aber wir wären keine Helden, wenn wir blind durch das Leben gehen würden, oder? Und da ist der entscheidende Punkt. Jeder! Wirklich jeder, der hier liest, dranbleibt und mitdenkt, oder es versucht, der möchte Änderung. Niemand hier würde lesen, wenn er/sie nicht etwas über sich und die Welt herauszufinden versucht. Also hören wir mit den Rechtfertigungen auf und legen los!

Ich möchte gerne auf zwei Menschen, die ich für unheimlich intelligent halte, verweisen: Dale Carnegie und Jordan Peterson. Wenn sie euch interessieren, googlet sie mal ruhig. Mir geht es hier weder um ihre Positionen noch generelle Meinungen zu Themen, wo ich durchaus mit ihnen auseinander gehen würde. Aber in einer Sache musste ich sie loben. Denn beide begriffen eine Sache, die besonders Jugendlichen und Menschen im Prozess des "Erwachsen Werdens" schwer fällt. Der Sinn des Lebens. Gut, das ginge wohl zu weit. Aber es geht an diesem Punkt um die Ziele im Leben. Warum sage ich die Ziele? Weil wir zu voreilig damit sind, uns nur noch auf ein Ziel zu konzentrieren. Es ist wie die Menge an Entscheidungen, die wir im Alltag treffen. Entscheidungen, Dinge zu tun und Entscheidungen, andere nicht zu tun. Ist ja klar. Wenn wir uns entscheiden, Käse zu essen zum Frühstück, entscheiden wir uns vielleicht gegen Nutella. Oder um es radikaler zu sagen: Wenn wir uns für einen bestimmten Beruf entscheiden, entscheiden wir uns automatisch gegen andere. In einer Geschichtsvorlesung zu sitzen bedeutet, in dem Moment nicht in Biologie zu sitzen.
Mit Zielen ist das ähnlich. Der Unterschied an einem Ziel zur Entscheidung ist vermutlich am ehesten darin formuliert, dass Entscheidungen unmittelbar sind, wogegen Ziele etwas sind, auf das wir hinarbeiten. In gewisser Weise ist die Entscheidung also eine Vorstufe. Nun, warum der Crashkurs?

Ich sprach den Punkt "Sinn des Lebens" an. Im Umgangssprachlichen, oder gerne auch im modernen  Sinne, wird der Sinn des Lebens als etwas individuelles beworben. Ja, buchstäblich beworben. Genauer gesagt handelt es sich dabei, dem Menschen das Bewusstsein zu geben, dass ein bestimmtes irdisches Ziel so durchzusetzen, dass man sich nicht länger vor Unklarheit über den Tod fürchtet oder sein Leben herabwertet, da jede Norm und jeder Wert bereits einem höheren Ziel unterliegt. Die Ziele können dabei natürlich variieren. Entscheidend ist, die Individualität hinter den Zielen und die, nennen wir sie, Benebelung für die Wahrheit. Ich möchte so weit gehen und sagen, Benebelung und Blindheit. Blindheit, weil die Welt und Leben, Tod, Existenz, Gesellschaft, Wahrnehmung und alles was ist und sein wird weit über unseren Verstand hinaus geht. So weit, dass es schon fast blasphemisch ist, das eigene Leben auf ein Mindestmaß zu reduzieren und sich darüber hinaus nicht entwickeln zu wollen. Wollen, weil Ziele durch Entscheidungen festgelegt werden. Das fängt schon an kleinen Punkten an und hört bei diesen nicht auf. Politikverdrossenheit, Unwissenheit und Indifferenz sind nur wenige Worte über die Abkehr von Realität.
Ich möchte das ganz beispielhaft machen: Indonesien ist überfüllt mit plastischem Müll, Tiere sterben daran. Wir haben Ärzte, die Menschen bewusst krank "machen" für Gelder. Wir haben Medien, die ganz bewusst Informationen offenbaren und nicht, wodurch wir in eine gelenkte Gesellschaft geworfen werden. Dagegen steht zu allem Übel eine Masse in der westlichen Gesellschaft die unaufgeklärt ist, die zu schnell durch Gefühle kontrolliert wird und die nur Selbsterfüllung bestrebt. Aktuelles iPhone? Aktuelle Trends? Und mit Trend geht es ja nicht nur um Songcharts, sondern dem Trend, dem man folgt. Es spielt keine Rolle, ob der Trend ein größerer oder kleinerer ist. Religion wird kategorisiert und mit absurden Gruppierungen in einen Topf geworfen. Politik wird bewusst ignoriert ( man wisse ja selbst zu wenig ) und über allen Zweifel erhaben ist die eigene Meinung, weil sie unerschütterlich ist, vermeintlich. Doch ist ausgerechnet diese das fragilste Objekt.

Warum werfe ich das alles in den Raum? Weil es einfach ist. Es ist einfach ein Youtube - Video anzuklicken, einfach bei FB zu markieren und zu meckern. Einfach einfach. Und solange man eine halbe Meinung hat glaubt man, sie sogar rechtfertigen zu können, obwohl Information und Selbstreflexion nicht weiter weg sind als das Video, nur anstrengender. Vor einigen Tagen hatte ich eine Online- Diskussion eröffnet, in der ich die Werte einer Demokratie hinterfragte. Ein guter Freund meldete sich zu Wort und warf Argumente in den Raum, die mir schon zu Beginn sehr fragwürdig erschienen, bis sich herausstellte, dass er von einem "eigenen Demokratieverständnis" sprach, weil er eh nicht genug drüber wusste. Ich war schockaunt! Das bedeutet schockiert und erstaunt. Erstaunt, dass er glaubte, mit solcher Argumentation auf einer gleichen Ebene sprechen zu können (nicht im eugenischen oder hierarchischen Sinne, sondern im Sinne eines gültigen Informationsgehaltes) und schockiert, dass er nicht einfach in Erwägung zog, seine Argumentation zu hinterfragen, obwohl er wusste, er wusste zu wenig. Während Sokrates weise genug war sich seines fehlenden Wissens nicht nur zu bekennen, sondern auf der Basis zu leben und zu streben, haben wir das hier nicht. Und solche Einstellung erzeugt keine Vernunft.
Ich möchte an dieser Stelle fragen und dann im Thema weiter: Was bringt dir eine vermeintlich gehaltvolle Auseinandersetzung, wenn du realisierst, dass dein Gegenüber sich in keinem Moment auf etwas konzentriert, was du auszudrücken versuchst und über seinem Horizont ist, weil er nicht will? Gar nichts. Richtig.

Der Punkt, auf den ich dabei hinaus möchte ist die Gefahr der Ziele. Nehmen wir für einen Moment an, du hast ein Ziel. Und vielleicht ist es wirklich, bei allem Respekt, absolut nobel und ehrenswert. Wirst du mit diesem Ziel deine Einstellung gegenüber Dingen und anderen Sachen gegenüber rechtfertigen? Wie wird dieses Ziel dich in anderen Zielen beeinflussen? Wie Berufsfindung, oder nein, Berufungsfindung, Ehe oder Beziehung, Haltung im Zwischenmenschlichen? Da fallen viele Dinge mit rein. Und hier möchte ich wieder zu Peterson und Carnegie zurück: Es gibt zwar die Möglichkeit eines jeden Individuums, ein übergeordnetes Ziel zu haben. Aber in dem Moment, wo es alleinige Kontrolle über dein Leben hat, wird das Ziel zum Leben. Und wenn wir die Größe des Lebens an nur ein Ziel festmachen, egal wie groß dieses ist, wird das Leben sehr klein. Weil das Leben dem Ziel immer untergeordnet sein wird, und nicht das Ziel Bestandteil des Lebens. Man müsste auch weitergehen und fragen, wie man das große Ziel erreichen möchte, wenn man blind für diejenigen Ziele ist, die auf dem Weg liegen? Und da muss ich sogar aus meiner eigenen Lebenssituation auspacken und sagen: Ich nehme die Universität nicht ernst genug. Ich weiß, dass sie ein wichtiger Bestandteil meines Lernens ist und dass ein Diplom Möglichkeiten bringt. Aber die Universität nur nach dem Minimalprinzip abzufrühstücken  ist nicht vital. Zum Einen, weil ich mir meiner Fähigkeiten bewusst sein kann und eigentlich nicht aufschieben müsste. Vor allem aber weil ich im Heute nicht weiß, was mir diese Tür irgendwann ermöglicht. Ich denke zwar an mein Ziel, aber ich denke nicht an das, was mich zum Ziel führen kann. Und das ist meine größte Gefahr.

Carnegie und Peterson gehen sogar weiter und sagen: Sei freundlich, mach aber auch dein Zimmer regelmäßig sauber, vernachlässige deine Freunde nicht, mache deine Arbeit korrekt etc. Kleinigkeiten ja. Aber ist etwas wirklich klein, weil wir sagen, es ist klein? All diese Ziele sind bewusste Entscheidungen, kleine Erfolge im Leben zu erzielen, die unsere Einstellungen nicht nur festigen, sondern uns auch kleine Motivationsstöße geben können. Natürlich wird man sagen: Ordnung im Chaos ist ok, etc. Ja. Aber darum geht es nicht. Es geht darum zu verstehen, dass wir die kleinen Ziele brauchen. Denn kleine Ziele bedeuten Offenheit und Konzentration. Wenn wir uns auf verschiedenen Dinge konzentrieren können und tun, dann öffnen wir uns der Welt gegenüber. Und psychologisch ergibt das absolut Sinn.
Zwei Sachen.
1: Stellen wir uns vor, unser Fokus liegt in einem von uns selbst ausgewähltem Ziel. Dann bedeutet das, dass wir unser Selbstbewusstsein stets davon kontrollieren lassen werden. Kommen wir dem Ziel näher oder nicht? Vielleicht ändert sich das Ziel und damit unser gesamtes Denken? Und wer weiß wie manipulativ die Umgebung sein kann, unser Ziel gegen uns zu instrumentalisieren?
2: Wie geht es nach dem großen Ziel weiter? Sterben und gut? Selbst der Mensch ist nicht so geschaffen, dass er mit dem Ziel lebt und stirbt. Diese filmische Illusion muss weg aus dem Kopf!

Ist das nun ein Vorwurf? Ist da alles vorwurfsvoll gemeint? NEIN! Es ist vielleicht schwer zu verstehen, wenn man im Glashaus sitzt, oder Kerker. Ja Kerker ist besser. Aber an diesem Kerker ist vor allem wichtig. Dieser Kerker ist einer, den der Mensch selbst nicht nur erstellt, sondern sich auch drin einsperrt. Was aber auch bedeutet, dass er einfach die Tür aufmachen kann und austreten kann. Das Wollen ist der Streitpunkt. Warum sollte man nicht wollen? Abgesehen vom Schwierigkeitsgrad gibt es einen Faktor, den ich noch nicht angemerkt habe. Es ist der Wunsch, nicht zu entscheiden.
Das klingt verrückt ich weiß, aber denkt mal drüber nach!

Ist leben leicht? Leben wird durch Grenzen erleichtert, weil man sich über die Grenzen hinaus nicht um Dinge kümmern muss. Übertragen auf Politik oder Wahlen kann man der Aussage nachgehen, dass Wähler erst zu wählen beginnen, wenn die Politik sie selbst betrifft. Eine in der Politikwissenschaft nicht nur diskutierte, sondern empirisch bewiesene These. Ich könnte mich noch weiter bewegen, aber das Bild reicht. Ich gebe auch gerne zu, das Leben ist hardcore. Wir werden nicht nur in Konstrukte sozialen, territorialen und kognitiven Hintergrunds geboren, sondern vor allem in Systeme, die sich Gesetze auferlegen, wo die Welt selbst bereits Gesetze hat. Wir werden konfrontiert mit Glauben: Ja oder nein? Was steckt dahinter? Parteien oder anderen Staatsformen, gesellschaftlichen Konstruktionen und Unstimmigkeiten über Begriffe wie Freundschaft. Werte und Ideologien verschwimmen bereits in Systemen, in denen man glaubte, es gäbe klare Richtlinien. Und wenn wir richtig weit in die Trickkiste greifen wollen kommt noch Philosophie und Physik. Zeit und Raum, freier Wille, etc. Es ist nicht so, dass ich hier enumerativ erzählen möchte, was man schon von Anfang an an Lasten hat, sondern die Komplexität an diesen Beispielen näher bringen. Entscheidend ist nämlich. Die Grenzen, die sich ein Einzelner aufsetzt werden durch höhere Instanzen gebrochen. Wenn mein Freund, der nur mit seinem eigenem Demokratieverständnis argumentierte nicht über diese Argumentation hinaus kann, wird er durch die nächste Instanz, welche höhere Gewalt das nun in dem Moment ist variiert in dem Beispiel, buchstäblich aufgefressen werden.

Andererseits: Warum überlasse ich nicht einfach denen, die es besser wissen, die Entscheidungen? So unschuldig das nun klingen mag, so real ist die Entscheidung zu dieser Antwort. Die Rechtfertigung liegt in nicht wenigen Punkten. Dieser Lebensstil bedeutet nämlich 1. Freiheit vor Komplexität. Logischerweise, da man die Entscheidungen anderen überlässt und daher auch 2. Sicherheit. Es ist eher ein Sicherheitsgefühl, ja. Aber es ist Sicherheit, da man ja nicht wirklich Unsicherheit im Alltag durchmachen muss, oder? Ironischerweise sind es eigentlich die Freiheit und die Sicherheit selbst, die man aufgibt, um eine andere Form von Freiheit und Sicherheit zu erlangen. Merkwürdig? Nein. Kommen wir mal zu einem anderen Beispiel, dem Glauben.
Ich bin mir sicher, hier werden sich umstrittene Gemüter mit mir zanken wollen, aber das ist okay. Denn checkt mal: Mir geht es vor allem um folgenden Punkt: Die Umstrittenheit im Glauben. Wie unterscheidet man zwischen Sekten und Gemeinden? Welche Inhalte wurden über Jahrhunderte vielleicht wie verfälscht? Die Frage wird umso sensibler, wenn man sich Gruppierungen wie die Zeugen Jehovas oder die aktuellen Terrordebatten anschaut. Natürlich gab es schon weit früher defensive Haltung gegenüber Glauben. Glauben im religiösen Sinne. Mir geht es hier nicht im Religion, weil Religion ein noch umstrittenerer Begriff ist. Ich möchte an dieser Stelle niemanden bekehren, sondern auf das Problem zur Auseinandersetzung mit Glauben hinweisen. Es gibt nicht nur das Problem einer allgemein defensiv orientierten Haltung, sondern die Schwierigkeit zur Orientierung. Und das kann ein Argument zur defensiven Haltung werden. Dadurch ist es natürlich so viel einfacher, die Entscheidung einfach abzugeben oder nicht zu treffen. Andererseits. Wenn man sich auf den Prozess der Entscheidungsfindung und damit auch einer generellen Auseinandersetzung einstellt und öffnet, dann kann etwas sehr ermächtigendes passieren.
Einfach gefragt: Was kann passieren, wenn ich mich mit Dingen auseinandersetze? Ich kann sie lernen, verstehen und nutzen. Dieser Schluss bedeutet mehr Sicherheit aber vor allem auch mehr Freiheit, weil die einstige Komplexität keine Macht in Form von Unsicherheit auf mich ausüben kann.
Das ist selbst für Menschen im Glauben eine schwere Sache, um mal beim Beispiel zu bleiben. Aber was bringt dir alles Gebet der Welt, wenn du nicht weißt, woran du vielleicht glaubst oder einfach gewisse Dinge nicht weißt aber dich auch aus Unsicherheit nicht damit auseinandersetzt? Wirst du darin weiterkommen? Nein. Egal was du dir da einredest oder nicht. Auch wenn du sagst, andere Religionen kommen für ich nicht in Frage: Weil du das behaupten willst aus externen Gründen, oder weil du dir sicher bist durch Auseinandersetzung? Ich würde ganz stark behaupten, das zweite Argument zieht besser.

Wo sind aber jetzt die Worte Herausforderung, Hoffnung und Unterschied? Witzig ist, dass die Worte alle durchaus zusammenhängen, wir aber an der Reihenfolge arbeiten müssen. Die Reihenfolge wird nämlich so sein: Unterschied, Herausforderung, Hoffnung. Und das ist wichtig.
Wenn wir nämlich davon ausgehen, bzw. tue ich das, die Mehrheit sich freiwillig wegwirft, wenn auch unbewusst, dann ist es wichtig, einen Unterschied zu machen!
Wenn du ein Typ bist, der regelmäßig Pornographie schaut: Wie willst du Liebe verstehen oder von Oberflächlichkeit loskommen, wenn du nicht endlich anfängst, von der Pornographie loszukommen? Ich sagte in einem vorherigen Beitrag, dass Pornographie nicht das Hauptproblem sein muss, aber das ändert am Konsum trotzdem nichts. Es ist hart. Etwas leichtes aufzugeben, um vielleicht Jahrelang oder NIEMALS etwas viel größeres zu verstehen. Ich gebe zu, es ist nicht leicht. Aber wenn du nicht irgendwann von den Lasten, die dich einketten und beschränken loskommen möchtest, oder nein, willst (!), wie wirst du dann einen Unterschied machen? Vor dir, vor den Menschen? Wenn du glaubst: Vor Gott? Es geht nicht. Wenn du dich entscheidest eine Frau zu heiraten dann überlegst du auch nicht, ob nach der Scheidung oder Trennung vielleicht noch eine Option frei ist. Ich kenne das bei mir sehr gut: Wenn ich mir einrede, ich sei noch nicht so weit, und die Herausforderung ist schwer und belastend. JA DAS IST IST AUCH! Aber wenn du die nicht dazu entschließt, einen Unterschied zu machen, dann brauchst du auch gar nicht über einen Unterschied nachzudenken.
Daher geht es jetzt sogar erstmal noch um diejenigen, die glauben, ihr Handeln sei gerecht. Achtest du wirklich auf andere? Auf das, was andere sagen? Damit meine ich, ob du auf das achtest, worauf die hingewiesen wirst und prüfst, was wahr und falsch ist? Oder bist du so blind, dass du dich verschließt? Überzeugung bedeutet nicht Verschlossenheit, sondern Mut, offen gegenüber seiner Meinung und der anderer zu sein. Zumindest ist das eine Dimension von Überzeugung. Wenn du aber einer der Menschen bist, die schnell defensiv werden oder sauer, vielleicht sogar im Glauben, gerecht zu handeln, Unrecht tun, dann schau einmal mehr auf dich. Es kann dich nur retten. Aber deshalb ist es so wichtig: Wenn du einen Unterschied machen willst, musst du schon einen Unterschied machen. Einfach den Unterschied zu wünschen ist nicht genug.

Hier ist das Wort Herausforderung so wichtig. Ich mein jetzt überlegt mal. Mit Blick auf jeden Absatz, der da oben steht und verfasst wurde. Ist es leicht? Nein. Denn die Position aus der wir sprechen ist diejenige des Menschen, der sich außerhalb des Kerkers befindet sondern eines Menschen, der die Tür aufmachen muss. Wir reden von keiner Tür, die aufgebrochen werden, sondern einer, die man jederzeit selbst öffnen kann. Ja. Aber was erwartet dich außerhalb des Kerkers? Wir wissen es nicht. Punkt. Auch wenn das Leben um uns passiert und Bewegung stattfindet. Sich aus der Synthetik zu befreien und anschließend zu wissen, wie man voranschreitet, das erfordert mehr als nur einfache Auseinandersetzung. Man könnte fast sagen, dieser Prozess ist das Leben selbst. Ein Teil des Lebens zumindest.
Früher hatte dieser Blog eine klare Richtlinie. Ich schnappte mir ein Thema, sprach über Dinge wie Mut und Glauben, Sicherheit und Kraft. Aber das alles spielt keine Rolle, wenn wir nicht bereit sind all das für die Sache zu verwenden, auf die es ankommt! Ich will es mal ganz klar ausdrücken. Wenn du nicht in der Lage bist, die Herausforderung anzunehmen, zu kämpfen, dann wird Mut, Selbstbewusstsein und Reflexion immer an einem Punkt in deinem Denken aufhören. Und dort ist die Grenze. Dort hört dein Potenzial auf. Dort deklarierst du dich selbst als tot. Und das würde auch so bleiben, gäbe es keine Hoffnung.

Hoffnung ist eine Erwartung darüber, dass etwas in Zukunft eintritt, ohne dass man Gewissheit über den Eintritt hat. Wikipedia. Danke. Hoffnung ist allerdings nicht dort beendet. Hoffnung kann entrissen und erlangt werden. Und das macht Hoffnung nicht zu einem Gut, was der erste Gedanke  sein kann. Nein, Hoffnung wird zu einer Fähigkeit. Fähigkeit, weil Hoffnung eine Form von Einstellung ist ,mit der man Dingen bewusst begegnet. Ich meine damit nicht mal die Floskeln, die man im alltäglichen hört. Dale Carnegie schreibt in seinem Werk "Sorge dich nicht - lebe!" eine Geschichte aus dem echten Leben:
Darin wird ein Mann, der sich durch Stress kaputtgearbeitet hat medizinisch fast für Tod erklärt, die Ärzte gaben in buchstäblich auf. Carnegie formulierte es wirklich zuspitzend aus, indem er erzählt: Der Mann entschied sich für eine Kreuzfahrt, nahm aber seinen Sarg mit, nur für den Fall. Ich musste an der Stelle wirklich schmunzeln. Wie hat er den Sarg in seinen Koffer bekommen? Kleiner Scherz.
Es geht weiter: Der Mann, der zwar für Tod erklärt wurde, tritt also nun die Reise an. Wisst ihr, was passiert? Nach und nach bessert sich seine Situation. Er beginnt richtig gut und viel zu essen, und ist irgendwann wieder mit Voller Kraft, ICH MUSS DAS WORT VOLL MIT EINEM GROßEN BUCHSTABEN SCHREIBEN, sein Leben aufs Neue! Und das alles, weil er Hoffnung auf Heilung hatte. Selbst die Wissenschaft ist sich darüber einig, dass die Kraft der Hoffnung Wunder bewirkt, die nicht ergründet werden können! Deshalb ist Hoffnung wichtig! Wisst ihr was das Größte am christlichen Glauben ist, was mich dran hat bleiben lassen? Die Hoffnung liegt daran, dass jeder Mensch geliebt ist und frei sein kann. Etwas so dermaßen weltfremdes aber für Menschen, die danach Leben, voll normal. Das soll nicht vom obigen Punkt ablenken, den ich ansprach. Also ich will damit nicht bekehren sondern lediglich meine Erfahrung erklären.
Und wendet es mal an. Vielleicht habt ihr einen Freund oder eine Freundin oder Umstände für die ihr hofft. Welche Kraft gibt euch diese Hoffnung? Welchen Antrieb? Und macht euch das schwach oder stark? Und um den Sack zu zumachen.

Jeder einzelne dieser drei Punkt bedeutet natürlich, dass man Ziele hat. nicht nur ein großes Ziel. Es bedeutet Ziele. Egal, wie es um dich steht, es gibt Dinge, die groß genug, um unseren Verstand nicht davor zu verschließen. Und deshalb möchte ich wirklich bitten, ermutigen! Wenn du dir über den Unterschied im Klaren bist. Dann nimm diese Worte an. Denn wenn das deine Richtung sein kann. Dann wirst du die Veränderung durch deine Taten, oder zumindest durch dein neues Verständnis, mit offenen Armen annehmen. Das spannende an der Hoffnung ist nämlich: Sie lädt uns ein, Herausforderungen mit Dankbarkeit anzunehmen, weil wir nur daran wachsen können. Nicht am Kerker, den wir nichtmal aufkriegen. Die Fläche ist begrenzt. Die Fläche außerhalb nicht.

Also hör auf nur der Held der eigenen Geschichte sein zu wollen, wenn du für so viele andere Geschichten auch zum Helden werden kannst! Ein Held hat niemals den Luxus, sich auszusuchen, wen er rettet. Es zählt nur die Rettung!

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