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Die Welt adoptieren.

Oft habe ich einen ganz speziellen Tagtraum. Es ist ein Traum in weit ferner Zukunft. Genau genommen ist es kein stringenter Tagtraum, sondern verschiedene Szenarien, die gemeinsam ein großes Ganzes ergeben. 

Ich bin verheiratet. Meiner Frau kann ich kein Gesicht zuordnen, das ich kenne oder mal gesehen habe - selbst mein eigenes Gesicht ist nicht klar zu erkennen. Ich beobachte die Geschehnisse meiner Zukunft aus der Ferne. Aber es scheint, dass obwohl ich nichts wirklich zu erkennen vermag, meine Frau und ich ein eingespieltes Team sind. Als würden wir den gemeinsamen, gleichen Wunsch leben. Es ist schwer so eine Form von Einheit zu fassen glaube ich. Kompromissloses Vertrauen ineinander. Ich spüre, wie sich mein zukünftiges Ich und sie einander anlächeln und gemeinsam einen Weg bestreiten.
Wohin der Weg führt? Eigentlich einfach gesagt. Wir adoptieren ein Kind. Nicht Eines, sondern gleich Mehrere. Wir stellen sie unseren biologischen Kindern vor, und mit jedem Zeitsprung erleben wir gemeinsame Moment, als Familie. Die erste Schulaufführung, das gemeinsame Lernen von Sportarten, gemeinsame Urlaube. Wir sagen unseren Kindern, wie sehr wir jedes einzelne doch lieben, und so vergeht ein Szenario nach dem anderen. Es ist das wunderschönste, was ich träumen darf. 

Am liebsten würde ich alle Kinder dieser Welt adoptieren, die in Not sind. Nicht nur diejenigen Kinder, die Waisen sind. Sondern auch jene, denen es zu Hause nicht gut geht, die misshandelt und beleidigt werden. Denen kein Erwachsener sagt zu was sie doch fähig seien, und wie wertvoll sie doch sind. Die Realität ist natürlich eine andere, gnadenlos. 
Ich bin sicher, dass zumindest viele meiner Freunde genau wissen was ich meine, wenn ich jetzt behaupte, sie fühlen sich schlecht behandelt, haben manchmal sogar Mut und Kraft verloren, sind schlimmstenfalls Idealen nachgerannt, die von der Wahrheit ablenken sollen. 
Wenn wir genauer drüber nachdenken, möchte ich mir sogar die Freiheit nehmen, meine Wortwahl zu radikalisieren. Eltern, sobald sie anfangen ihren Kindern das Gefühl der Wertlosigkeit zu geben, haben mit großer Sicherheit etwas falsch gemacht. 

Stellt euch für einen Moment vor, ihr seid in einer enorm stressigen Situation. Die Situation ergibt sich durch Umstände, die für den Moment absolut nicht relevant sind. Allerdings ist der Umstand euch etwas zu viel. Als Ergebnis lasst ihr eure Wut und Nerven an jemandem aus. Sowas kann vorkommen - unabhängig davon, dass die Tat selbst einfach nicht richtig ist. 
Und Menschen sind auch nicht perfekt. Worauf ich damit hinaus will ist, dass selbst Eltern fehlerhaft sind. Das ist okay. Aber das ist kein Freischein dafür, das eigene Kind permanent zu schwächen. 
Ich bin richtig dankbar für all diejenigen, die eine gesunde Familie, auch mit Höhen und Tiefen haben. Aber einfach gesagt. Was tut ein Kind, wenn diejenigen Menschen, die dem Kind Hoffnung geben sollen, dem Kind seiner Hoffnungen berauben? 

Ich habe einen guten Freund, Kasimir heißt er. Der Mann ist obdachlos. Er ist 64 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Polen. Er sitzt an oft auf einer Straße, die in der Nähe einer zentralen Bahnstation ist. Ich erinnere mich mittlerweile gar nicht mehr daran, wie ich ihn kennen gelernt habe, aber hey, ist auch trivial. Auf viele Arten ist Kasimir aber ein Held für mich. Ihr müsst wissen. Vor zwei Wochen wurde Kasimir ausgeraubt. Klingt surreal oder? Ein Mann, der eh schon weniger als nichts hat, einfach ausgeraubt. Einen Tag später treffe ich ihn und erkenne seine Verletzungen. Er ist aufgewühlt und erzählt natürlich, seine Worte zwar in Verzweiflung gehüllt, doch nie ohne Hoffnung. Er fragt sich, warum es Menschen gibt, die dazu fähig sein können, jemanden zu berauben, der nichts hat. 
Ich verstehe ihn vollkommen und biete ihm meine Hilfe an. Meinetwegen wäre ich durch jedes Amt gelaufen, wenn es ihm ein wenig geholfen hätte. Er hört sich meine Worte an und bittet, dass ich mich zu ihm setze, und ich knie mich vor ihm , sodass wir auf gleicher Höhe miteinander Reden können. Der Mann legt seine Hand auf meiner Schulter und sagt; "Du bist ein guter Junge, aber ich werde das schaffen." Er beginnt über sein Leben zu erzählen. Ursprünglich kam er hierher um zu arbeiten, und seiner Tochter zu helfen. Und selbst im Alter von 64 Jahren will er alles Verlorene erarbeiten, um seine Tochter weiterhin unterstützen zu können. Mit dem restlichen Geld, was er übrig hatte, hatte er noch essen gekauft, um es unter den Obdachlosen seiner Umgebung zu verteilen. 
Seine Motive und Handlungen waren auf unendliche Arten und Weisen beeindruckend. Mir fehlen selbst jetzt noch die Worte für die Größe, die dieser Mann hat. 

Ich weiß nicht, in welcher Situation du dich befindest, wenn du diese Worte liest. Es kann sogar sehr gut sein, dass wir uns noch nicht mal kennen. Und das ist okay. Aber lass dir bitte einige Worte gesagt sein. 
Wenn es dir gut gehen darf. dann Halleluja Freund! Ich freue mich mit dir! Und ich bin richtig dankbar, dass du dich gut fühlen darfst! Was kann es schöneres geben? 
Wenn du zu der Sorte Mensch gehörst, die sich ungerecht behandelt fühlt. Dann sei bitte nicht wütend oder verbittert. Zum Wohle deiner Zukunft, deiner Persönlichkeit, gib dich nicht böser Gedanken hin. Niemand ist mit dem, was er tut alleine. Ich verspreche dir, dass du aufgefangen wirst. Weil du wunderschön bist, auch wenn man die hässlich nennt! Weil du besonders bist! Etwas ganz besonderes! Selbst, wenn dich niemand wahrnehmen sollte! Diese Welt wäre nicht die Gleiche, wenn es dich nicht geben würde. Ich kann dir nicht einfach meine reichen und dich hochziehen. Aber ich kann dich mit diesen Worten ermutigen und bitten, aufzustehen, bis du irgendwann genug Power hast, selbst anderen hoch zu helfen. Es liegt nicht an denen, die uns Schwächen, uns unsere Stärken aufzuzeigen. Wir sind fähig. Und unsere Kraft, unsere Freude und Geist, all diese Dinge ! Niemand wird uns diese Dinge nehmen können! Denk an die Personen, denen du was bedeutest! Die deine Veränderungen und dein Wachstum sehen! Die gemeinsam mit dir stärker werden! 



Ich muss zu guter Letzt auf die Verwendung von Cookies hinweisen, aber das ist dann wohl hiermit getan ! 

Aber dennoch. Bleib immer am Ball. Und gib niemals auf, wer du wirklich bist!

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